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Jims großer Traum

Da stand sie nun, er ging ein paar Schritte auf sie zu. Verrannte sich dabei in die Vorstellung mit ihr reden zu können, doch irgendwie wurde die Kluft zwischen ihnen immer breiter, er wusste wenn er jetzt springen würde, gab es zwei Möglickeiten, entweder er fiel und starb oder er erreichte als Held die andere Seite dieser Kluft. Jim nahm Anlauf und wagte den Sprung und... der Wecker klingelte. Wieder nur ein Traum. Schade er war so schön, Jim wüsste zu gerne das Ende, aber die Arbeit ruft, da ist mit Träumen nicht mehr viel. Im Traum hätte er es fast geschafft sie anzusprechen, aber im wahren Leben schaffte er es einfach nicht, Jim ist jetzt fast 30 Jahre alt, sportlich gebaut, nett, freundlich, eigentlich der absolute Schwiegermuttertraum, wenn da nur nicht sein kleines Problem wäre. Von Eitelkeit hält er nicht viel und doch könnte er jede Frau haben, nur die Eine, bei der scheint es alles nicht zu klappen, weil er sich einfach nicht traut sie anzusprechen. Langsam kommt er sich echt albern vor. So erledigt er grübelnd sein Morgenritual und geht dann zur Arbeit. "Guten Morgen Jim. Na wieder von Emily geträumt?" Phil, Jims bester Freund schafft es immer wieder ihn aus den schlimmsten Grübeleien zu holen. "Nein ich träume gar nicht von ihr, ich hab sie mir aus dem Kopf geschlagen, seit sie mit dem Gärtner flirtet. Ich habe über mein nächstes Meeting nachgedacht, würde dir auch mal gut tun." Phil gehört zu der Sorte Mensch, die alles schaffen was sie sich vornehmen, ob im Beruf oder der Liebe. Jim dagegen hat in seinem Leben noch nie etwas bekommen ohne vorher hart dafür gearbeitet zu haben. "Alter mach dich mal locker, wir werden das Ding schon schaukeln, sind doch ein spitzen Team. Kommst du mit einen Kaffee trinken?" Auf Jims Seite keine Reaktion, er zupft nur nervös an seinem Anzug rum. "Ich glaube für dich eher Beruhigungstee. Es wird wirklich alles ganz locker, wir haben das Ding doch schon so gut wie gewonnen und außerdem ist Emily von der Verteidigung der Gegenseite zurück getreten, also was soll noch schief gehen?" Bei dem Namen "Emily" wurde Jim hellhörig. "Sie ist zurück getreten? Warum?" "Warum? Keine Ahnung, ist mir auch egal, immerhin ist unsere stärkste Konkurrenz damit aus dem Weg. Da frag ich doch nicht noch nach, warum."...

3.4.09 14:30


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Jims Gedanken drehen sich im Kreis, wenn Emily ohne erkennbaren Grund und obendrein noch mit der Chance auf den Sieg zurücktritt, dann stimmte irgendetwas nicht mit ihr. Aber wie sollte er den Grund dafür nur raus finden? Nie im Leben könnte er sie direkt danach fragen ohne aufdringlich zu wirken. Jim war sich sicher, dass er eine andere Lösung finden musste und zwar schnell. „Guten Morgen Herr Müller, guten Morgen Herr Schmidt, die Herren erwarten sie bereits im Konferenzraum.“ „Danke Frau Krüger! Na dann mal los, it´s showtime.“ voller Tatendrang klopft Phil seinem Kumpel Jim auf die Schulter. Nach dem Meeting hat Phil Jim noch auf ein Bier eingeladen. „Ich versteh echt nicht wieso du so schlecht drauf bist, wir haben gewonnen! Nun freu dich doch mal ein bisschen.“ versucht Phil seinen Freund aufzuheitern. In Gedanken versunken antwortet Jim „Was wohl der Grund ist für Emilys Rücktritt, irgendwas stimmt da nicht.“ „Ach daher weht der Wind. Hast du nicht vorhin noch gesagt, du bist über sie hinweg?“ „Nur weil ich nicht mehr verliebt in sie bin, muss sie mir doch nicht gleich egal sein.“ Phil schmunzelt „Ach und die Herzchen in deinen Augen haben überhaupt nichts zu sagen, schon klar. Ach guck mal, je später der Abend desto schöner die Gäste“ Phil nickt in Richtung Tür, Emily und ihre Freundin Sandra kommen herein. „Frau Krüger, Frau Engel, wollen sie sich nicht zu uns setzen?“ Jim kann kaum glauben, dass Phil das gerade wirklich getan hat. Zu allem Überfluss lassen sich die beiden Damen gerne an den Tisch laden. „Wenn wir schon unsere Zeit mit einem völlig überdrehten Kerl und einem stummen Mamasöhnchen verbringen, sollte doch zumindest ein Gläschen für uns dabei herausspringen“ „Emily! Er hat doch nur ganz höflich gefragt, da könntest du ruhig etwas netter sein.“ Sagt Sandra sehr verlegen zu ihrer Freundin. „Solch überaus charmante Sprüche sind wir doch von Frau Engel gewohnt, machen Sie sich da mal keine Sorgen Frau Krüger“ übergeht Phil lässig Emilys Bemerkung, bei Jim dagegen sitzt Emilys Spitze tiefer und er flüchtet nach draußen, Sandra folgt ihm. Besorgt setzt sie sich neben Jim auf die Bank. „Sie meint das nicht so, wenn sie niemanden hat, den sie ärgern kann, ist sie unglücklich“ versucht sie das Verhalten ihrer Freundin zu rechtfertigen. „Schon okay, Sie müssen sich dafür nicht rechtfertigen, ich weiß selbst, dass ich in ihrer Gegenwart nicht die Plaudertasche schlechthin bin. Ich wollte nur raus aus dieser Situation, ich hoffe nur Phil hat Sie mit seiner Aufforderung nicht in Verlegenheit gebracht“ Jim sieht Sandra in die Augen und ein warmes, wohliges Gefühl durchströmt ihn. „Ach nein, ist schon okay, ich weiß doch wie Herr Schmidt ist, schließlich arbeite ich schon eine Weile für ihn“ Sandra weicht Jims Blick aus zur sehr versetzt ihr sein Blick einen Stich ins Herz. „Wissen Sie, ich frage mich warum sie mit mir so frei reden können, Sie sind ein sehr guter Anwalt, da reden man gewöhnlich auch viel, warum klappt es da drinnen nicht? Falls ich Ihnen damit zu nahe trete tut es mir leid, aber diese Atmosphäre hier verleitet so sehr dazu.“ „Wenn ich mir das erklären könnte, dann hätte ich eine Lösung für mein Problem. Sie haben recht diese Atmosphäre verleitet wirklich. Wie wäre es mit dem duzen? Ab heute bin ich für Sie einfach Jim“ und wieder dieser Blick, Sandra weiß das sie jetzt nicht ihrem Gefühl nachgeben darf immerhin sitzt nicht irgendwer vor ihr, sondern der begehrteste Anwalt der ganzen Stadt und so ganz nebenbei auch einer ihrer Chefs. „Okay…Jim, dann hab heute für dich auch Sandra“ ein schmunzeln können sich beide nicht verkneifen. „Meinst du wir sollten wieder rein gehen?“ etwas verunsichert sieht Sandra Jim an. „Nein, ich bin nicht bereit mich heute Abend noch einmal zu blamieren.“ Am nächsten Morgen treffen Jim und Sandra als erstes aufeinander. „Guten Morgen Herr… oh Entschuldigung, ich meine natürlich Jim“ verschmitzt lächelt Sandra Jim an. „Guten Morgen Sandra, sag mal hast du heute Abend Zeit und Lust mit mir etwas essen zu gehen? Ich fand den Abend gestern sehr schön und würde das gerne wiederholen.“ „Sehr gerne, ich freue mich“ „Hey hey hey da scheint ja gestern noch richtig die Post abgegangen zu sein bei euch, hätt´ ich dir gar nicht zugetraut“ Phil war plötzlich wie aus dem Nichts erschienen. „Da ist gar nichts gelaufen, wir haben uns nur nett verstanden, ich mag sie, aber eben nicht mehr und nicht weniger und das weiß sie auch.“ Zur selben Zeit bei Emily und Sandra. „Du wirst es nicht glauben, er hat mich heute Abend zum Essen eingeladen“ Sandra strahlt übers ganze Gesicht. „Na sieht du, ich sage doch man muss ihn nur mal ein bisschen aus der Reserve locken. Ich freu mich so für dich!“ glücklich nimmt Emily ihre Freundin in den Arm, ihr Plan scheint aufgegangen zu sein...

9.4.09 20:53





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